Geistiges
Zentrum seit dem 9. Jahrhudnert
Das Bistum Hildesheim
ist eines der landschaftlich schönsten und abwechslungsreichsten.
Ein Bistum mit Gegensätzen: Es hat große Anteile
am Harz und reicht bis zur Küste zwischen Hamburg
und Cuxhaven. Unter seelsorglichen Gesichtpunkten bilden
das katholisch geprägte Eichsfeld im Süden und
die bevölkerungsarme und überwiegend evangelische
Küstenregion deutliche Gegenpole. Zwar ist das Bistum
mit fast 1.200 Jahren eines der ältesten Bistümer
Deutschlands, gehört aber zur Diaspora, denn nur 11,9
Prozent der Gesamtbevölkerung sind katholisch, rund
657.600 Seelen. Das Bistum Hildesheim ist mit einer Fläche
von rund 30.000 Quadratkilometern das drittgrößte
Flächenbistum Deutschlands, nach den Erzbistümern
Hamburg (32.600 Quadratkilometer) und Berlin (31.200 Quadratkilometer).
Bischof ist Norbert
Trelle, er ist der 70. in der Reihe der Hildesheimer Bischöfe.
Weihbischöfe sind Hans-Georg Koitz und Dr. Nikolaus
Schwerdtfeger. 463 Priester, davon rund 300 in der Seelsorge
aktiv, begleiten die Katholiken, die in 314 Pfarrgemeinden
und 26 Dekanaten zusammengefasst sind. Den Priestern stehen
unter anderem 92 Diakone, 83 Pastoralreferenten und 124
Gemeindereferenten zur Seite.
Das Haushaltsvolumen
des Bistums Hildesheim lag im Jahre 2004 bei 131,33 Millionen
Euro. 89,0 Millionen Euro stammten aus Kirchensteuern.
Im Haushaltsjahr 2004 musste ein Defizit von 8,2 Millionen
Euro aus der Rücklage ausgeglichen werden.
Am Beginn der
Geschichte von Bistum und Stadt Hildesheim steht eine Rose.
Die Gründungslegende erzählt, Kaiser Ludwig I.,
genannt Ludwig der Fromme (778 bis 840) sei in die Gegend
des späteren Hildesheim gekommen. An jener Stelle,
wo sich heute der Dom erhebt, soll Ludwig eine Messe in
freier Natur gefeiert und dabei ein mitgeführtes Marienreliquiar
an dem Ast eines Rosenstocks aufgehängt haben. Der
Hofstaat zog weiter und der verantwortliche Kaplan vergaß die
Reliquie. Als er einen Tag später seine Unaufmerksamkeit
bemerkte und wieder an die Stelle kam, um das Reliquiar
abzunehmen, konnte er es nicht vom Ast lösen. Der
Kaiser sah darin angeblich einen Fingerzeig Gottes, hier
einen Bischofssitz zu errichten. Auf Ludwigs Geheiß sei
dann an dieser Stelle eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter
errichtet worden. Später entstand am selben Platz
ein Dom – Keimzelle der Stadt und des Bistums Hildesheim.
Unstrittig ist,
dass die Geschichte des Bistums und der Stadt Hildesheim
um 815 als karolingische Stiftung Ludwigs des Frommen beginnt.
Schon damals stand das Bistum unter dem Schutz Mariens.
In der Frühzeit kommt es zu einer ersten historischen
Blüte durch drei Bischöfe, die später heilig
gesprochen wurden: Bischof Altfried, der den ersten großen
Dom erbaute und wichtige Klöster und Stifte gründete,
um die Jahrtausendwende dann Bischof Bernward, dessen „Bernwardinische
Kunst“ in der „Bernwardstür“ des
Doms und in der Abteikirche St. Michael ihren Höhepunkt
fand. Dom und St. Michael sind seit 1985 Weltkulturerbe.
Bischof Godehard schließlich wurde als Abt von Niederaltaich
und hervorragender Klosterreformator Nachfolger Bernwards
auf dem Bischofsstuhl in Hildesheim.
Unter den
sächsischen und salischen Kaisern hatten Domkapitel
und Domschulen in Hildesheim und Goslar einen hervorragenden
Ruf. Zeitweilig kam jeder vierte neu ernannte Bischof in
Deutschland aus Hildesheim, darunter auch der berühmte
Reichskanzler und Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel.
Die Neuzeit
des Bistums beginnt mit dem Jahr 1824, als die Grenzen der
Diözese neu festgelegt wurden. Von da an umfasst sie
den größten Teil des heutigen Niedersachsens,
nämlich das Gebiet zwischen Weser und Unterelbe. Zu
den herausragenden Gestalten der neueren Zeit des Bistums
gehört Adolf Bertram (1859-1945), zunächst Domherr
und Bischof von Hildesheim, später Erzbischof von Breslau
und Kardinal. Er machte sich auch als Historiker und Schriftsteller
sowie als Vorsitzender der Fuldaer Bischofskonferenz einen
Namen.
Die Zeit
nach dem Zweiten Weltkrieg ist geprägt durch die Folgen
der Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten und das Einströmen
von einer halben Million Katholiken in das Bistum Hildesheim.
Kennzeichnend für diese Zeit ist der Bau von 300 Kirchen.
Allein unter Bischof Heinrich Maria Janssen (Bischof von
1957 bis 1982) entstanden 245 Gotteshäuser.
Dr. Josef
Homeyer, ehemaliger Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz
(DBK), wurde am 13. November 1983 zum 69. Bischof von Hildesheim
geweiht. Wie vom Kirchenrecht vorgeschrieben bot Bischof
Dr. Josef Homeyer dem Papst zu seinem 75. Geburtstag am 1.
August 2004 den Rücktritt an. Johannes Paul II. hat
dieses Rücktrittsgesuch zum 20. August 2004 angenommen.
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