| Bischof
von Konstanz
Im Erzbistum Freiburg,
insbesondere aber in der Gegend um Konstanz, finden sich
mitunter Bilder eines als Bischof dargestellten Heiligen,
der einen Kelch in der Hand hält, über dem sich
eine große Spinne an ihrem Faden herabläßt.
Dies ist der Konstanzer Bischof Konrad, dem der Legende zufolge
während eines österlichen Hochamtes direkt nach
der Wandlung eine Spinne in den Kelch fiel. Er trank den
Kelch aus, ohne sich von der Spinne stören zu lassen.
Auch die Spinne überstand das Abenteuer und krabbelte
einige Zeit später unversehrt wieder aus seinem Mund.
Der aus dem Welfengeschlecht stammende Konrad wurde um 900 als Sohn des Grafen
Heinrich von Altdorf unweit von Weingarten (Oberschwaben) geboren. Er wurde
in der Konstanzer Domschule und im Kloster St. Gallen umfassend gebildet und
begann seine kirchliche Karriere als Kanonikus des Konstanzer Domstifts. 934
wurde er zum Bischof von Konstanz geweiht.
In der Reichspolitik trat er, anders als etwa der mit ihm befreundete heilige
Augsburger Bischof Ulrich oder andere zeitgenössische Bischöfe, kaum
in Erscheinung, sondern kümmerte sich vorrangig um die Belange seines
Bistums, dem er als weitsichtiger und energischer Verwalter große Dienste
leistete. Er zeichnete sich durch tiefe Frömmigkeit und große Mildtätigkeit
aus, unternahm drei Wallfahrten ins Heilige Land und verwendete einen großen
Teil seines Vermögens für den Bau von Kirchen und Hospitälern.
Konrad starb am 26. November 975 und wurde in der Konstanzer Mauritiuskirche
beigesetzt. Später, wahrscheinlich im Jahr 1089, wurden seine Reliquien
ins Konstanzer Münster überführt, in der Reformationszeit aber
in den Bodensee geworfen. Lediglich das Haupt wurde gerettet und wird heute
im Konstanzer Münsterschatz verwahrt. Schon bald wurde Konrad als Heiliger
verehrt, die definitive Heiligsprechung erfolgte im Jahr 1123.
Er ist Patron des Erzbistums Freiburg zusammen
mit Maria und dem Hl. Fidelis), der Gemeinde
Gurtweil, sowie zahlreicher Kirchen. Das „Konradsblatt“, die Freiburger
Bistumszeitung, ist ebenso nach ihm benannt wie die höchste vom Freiburger
Erzbischof zu vergebende Auszeichnung, die „Konradsplaktette“.
Dargestellt wird er als Bischof mit Kelch und Spinne.
Dr. Christoph Schmider,
Leiter des Erzbischöflichen Archivs Freiburg
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