 |
Sollen
die Kirchen wieder zusammenwachsen und sich als eine verstehen?
Oder sind die
verschiedenen Konfessionen auf Dauer angelegt? Da
sich keine Verständigung zwischen dem Kirchenverständnis
abzeichnet, gibt es immer mehr Stimmen, die die Konfessionen in
einem verständnisvollen Nebeneinander sehen. Man bekämpft
sich nicht mehr, aber man vereinigt sich auch nicht. Diese Konzeption
von Ökumene entspricht aber nicht dem ausdrücklichen
Auftrag Jesu. Er mahnt seine Jünger, die Einheit zu bewahren.
Aus dem Neuen Testament kann nicht abgelesen werden, dass es mehrere
Kirchen geben soll. Wie kommen die Kirchen aber zu einer größeren
Nähe, wie werden sie wieder „eine Kirche“, wenn
sie ein so verschiedenes Verständnis von Kirche haben? Wenn
die Bibel das Basisdokument aller Kirchen ist, dann muss man in
der Bibel eine Antwort suchen.
Die evangelische Position: Kirche kommt aus dem Glauben
Die evangelische Theologie müsste eigentlich berufen sein,
aus der Bibel heraus ein Verständnis von Kirche vorzulegen,
auf das sich die katholische wie die orthodoxe Kirche hinbewegen
müssten. Denn die Reformation entstand aus dem Grundimpuls,
die Kirche wieder auf das Neue Testament zurückzuführen.
Da die Reformation aus der Spannung mit einer stark institutionalisierten
spätmittelalterlichen Kirche entstanden ist, wird sie bis
heute von einer großen Skepsis gegenüber allem Institutionellen
bestimmt. Luther betont, gegen die Institution Kirche, den Glauben
des einzelnen. Dieser Glaube ist etwas Inneres, das erst einmal
nichts mit der Kirche zu tun zu haben scheint. Von der Institution
kann nur etwas Äußeres kommen, nämlich die Verkündigung
des Wortes Gottes und die Sakramente. So begründet sich für
den Protestantismus Kirche in der Notwendigkeit, dass das Wort
Gottes verkündet und die Sakramente gespendet werden müssen.
Die eigentliche Kirche entsteht im Inneren der Menschen, wenn sie
zum Glauben kommen. In einem neueren Dokument stellt die Evangelische
Kirche in Deutschland (EKD) fest, dass das Kirchenverständnis
aus dem Glaubensverständnis folgt. Je nachdem, wie das Zusammenspiel
von menschlicher Suche nach Erlösung und dem Zuspruch Gottes
interpretiert werde, entstehe die eine oder andere Konfession.
Die evangelische Tradition lehne ausdrücklich ab, dass die
Kirche „eine „Instanz der Heilsvermittlung“ sei.
(s. Zitat Nr. ) Die Kirche ist etwas von Menschen zu Gestaltendes,
die eigentliche Heilsvermittlung vollzieht sich im Inneren der
zum Glauben Gekommenen. Diese bilden dann die wahre, jedoch unsichtbare
Kirche. Die katholische Kirche setzt dem entgegen, dass die Kirche
sehr wohl in der Verkündigung des Wortes und der Spendung
der Sakramente „Heilsanstalt“ sei und beansprucht,
dass Gott durch die Kirche wirkt. Denn nicht nur die Glaubenden
sind geheiligt, auch die Kirche ist bei aller Sündhaftigkeit
eine „heilige Institution“. Was sagt aber die Bibel
selbst.
Kirche ist Volk Gottes
Die Kirche ist nicht einfach von den Aposteln gegründet, weil
es nach dem Tod Jesu irgendwie weitergehen musste. Die Kirche kommt
vom Volk Israel her. Gott hat sich dieses Volk erwählt und
Jesus war zu diesem, Gottes Volk, gesandt. Auch wenn er von seinem
Volk abgelehnt wurde, er hat seine Kirche auf dieses Volk aufgebaut.
Die 12 Apostel sind nicht nur alle Juden gewesen, sie repräsentieren
in ihrer Zwölfzahl die 12 Stämme des Volkes Israel. Paulus
sagt deshalb, dass die Nicht-Juden, die zur Kirche gekommen sind,
wie ein Ast in den Baum des Volkes Israel eingepfropft wurden.
Wer also zum Glauben an Jesus als seinen Erlöser kommt, der
wird durch die Taufe in dieses Volk Gottes eingegliedert.
Gott schließt
einen Bund
Gott hat das jüdische Volk nicht einfach vereinnahmt, sondern
mit ihm einen Bund geschlossen. Ein Bund jedoch setzt das Einverständnis
der Bundespartner voraus. Basis des Bundes ist das Gesetz, auf
das die Mitglieder des Bundes sich verpflichten. Dieser Bund, den
Gott am Sinai mit seinem Volk geschlossen hat, wird immer wieder
erneuert. Jesus erneuert diesen Bund. Im Abendsmahlssaal schließt
Jesus mit dem Volk Gottes, repräsentiert durch die 12 Apostel,
einen Neuen Bund. Dieser Bundesschluss wird im Zusammenhang mit
dem Wort Jesu über den Wein überliefert.
Leib Christi
Die Kirche ist eng mit Jesus verbunden. Paulus gebraucht dafür
das Bild des Leibes. Jesus ist das Haupt und leitet die Kirche,
nicht zuerst durch den Papst und die Bischöfe, sondern durch
den Heiligen Geist. In Bezug auf das Haupt sind die Gläubigen,
nicht nur die Bischöfe und Priester, „Glieder des Leibes
Christi.“
Diese Verbundenheit mit Jesus Christus wird durch die Feier der
Eucharistie dargestellt, vertieft und immer wieder erneuert. Während
die anderen Sakramente, Taufe, Bußsakrament, Firmung, Hochzeit,
Weihe, Krankensalbung auf den einzelnen zielen, ist die Gemeinschaft
der Glaubenden, ist die Kirche Thema der Eucharistie, denn die
einzelnen kommen in dem Mahl zusammen. Die Eucharistie zeigt in
besonderer Weise, dass die Kirche erst einmal mit Christus verbunden
sein und bleiben muss. Erst dann entfaltet sie sich in ihre verschiedenen
Aufgaben hinein. Die Eucharistie ist das Sakrament der Einheit.
Die Kirche entsteht aus dem Geist
Jesus hatte die zwölf Jünger stellvertretend für
die 12 Stämme Israel ausgewählt und damit das Fundament
der Kirche gelegt. „Wirklich“ ist die Kirche aber erst
am Pfingstfest geworden, denn erst der Geist Gottes inspiriert
die Apostel und gibt ihnen die Kraft, furchtlos von Jesus und seiner
Auferstehung Zeugnis zu geben. Deshalb gilt Pfingsten als der eigentliche
Geburtstag der Kirche.
Die Kirche ist apostolisch
Die Apostel haben im Auftrag Jesu am Pfingstfest begonnen, sein
Evangelium zu verkünden. Sie werden Zeugen genannt, vor
allem, weil ihnen der Auferstandene erschienen ist. Sie bezeugen,
dass er, obwohl am Kreuz hingerichtet, lebt und vom Himmel aus
herrscht. Ihr Zeugnis ist Basis der Kirche. Im Neuen Testament
hat sich ihr Zeugnis, vor allem in den vier Evangelien, niedergeschlagen.
Deshalb ist das Neue Testament das Basisdokument der Kirche.
Auch wenn die Bischöfe von den Aposteln als ihre Nachfolger
eingesetzt sind, können sie die ursprüngliche Verkündigung
der Apostel nicht überholen, korrigieren. Das tut der Islam.
Er kommt aus jüdisch-christlichen Wurzeln und korrigiert
diese Tradition, indem er in Jesus nicht mehr den Sohn Gottes
erkennt, sondern ihn zu einem Propheten herabstuft. Auch Mohamed
ist nur ein Prophet.
Zum Neuen Testament ist zu sagen, dass es die Überlieferung
der Apostel enthält, die die Predigt Jesu weiter gegeben haben.
Die Evangelien sind also von Menschen geschrieben, unter dem Einfluss
des Heiligen Geistes. Anders der Koran, der im Islam als direktes
Wort Gottes gesehen wird, das nur in Arabisch richtig verstanden
werden kann. Die Bischöfe wie die Theologen und überhaupt
alle Gläubigen sind an die Überlieferung der Apostel
gebunden. Den Bischöfen als Nachfolgern der Apostel kommt
eine Aufgabe zu, die sie nicht delegieren können: sie sollen
für das Wort Gottes Zeugnis geben. Deshalb werden Bischöfe
häufig mit einem Buch in der Hand dargestellt. Diese apostolische,
bischöfliche Grundstruktur ist bereits im Neuen Testament
belegt. Es sei nur auf die Paulusschüler Timotheus und Titus
hingewiesen, die Paulus in Ephesus bzw. für Kreta einsetzt
und zu deren Auftrag es gehört, „Älteste“ als
Gemeindeleiter durch Handauflegung einzusetzen. In dieser apostolischen
Grundstruktur liegt der entscheidende theologische Dissens zwischen
Katholiken und Protestanten.
Kirche in der Theologie der Orthodoxie
Das Programm „Orthodox“, das die Kirchen des Ostens
in ihrem Namen haben, lässt sie an der ursprünglichen
Struktur der Kirche noch entschiedener festhalten. Da die Orthodoxie
zwar Patriarchen kennt, den von Konstantinopel, den von Alexandrien,
den Papst der Kopten, den von Patriarchen von Moskau, setzt sie
mehr als die katholische Kirche auf das Bischofsamt, denn die Patriarchen
haben in den orthodoxen Kirchen nicht die bestimmende Funktion
wie der Papst, der „Patriarch des Westens“, in der
katholischen. Die Orthodoxie ist mit der katholischen Kirche über
eine theologische Dialogkommission in ständigem Gespräch.
Hier wurde Übereinstimmung in der Frage der apostolischen
Grundstruktur der Kirche gefunden, der Wille zu einer einzigen
Kirche Jesu Christi bekundet. Strittig ist die Rolle des Papstes,
der von der Orthodoxie als „Erster“ unter den Patriarchen,
jedoch nicht mit den Rechten, die er in der katholischen Kirche
ausübt, anerkannt wird. (Zitate aus einem Dokument der Dialogkommission
s.u.)
Zitate
Evangelische Kirche
Die Spannung zwischen dem Glauben als menschlichem Suchen und dem
Vertrauen auf das Geschenk göttlicher Güte prägt
jedes christliche Kirchenverständnis. Unterschiedliche konfessionelle
Profile ergeben sich daraus, welche Konsequenzen aus dieser Spannung
für die sichtbare, von Menschen zu gestaltende Kirche gezogen
werden. Im evangelischen Verständnis wird diese Spannung
nicht in ein Verständnis der Kirche als Instanz der Heilsvermittlung
hinein aufgelöst, die selbst als Institution Gottes Gegenwart
und Güte verbürgt.
Kirche der Freiheit, S. 32 http://www.ekd.de/download/kirche-der-freiheit.pdf
Die Kirche kommt vom Volk Israel
Paulus vergleicht im Brief an die Römer Israel mit einem Ölbaum,
in den die aus dem Heidentum kommenden Christen eingepfropft sind:
Euch, den Heiden, sage ich: Gerade als Apostel der Heiden preise
ich meinen Dienst, weil ich hoffe, die Angehörigen meines
Volkes eifersüchtig zu machen und wenigstens einige von ihnen
zu retten. Denn wenn schon ihre Verwerfung für die Welt Versöhnung
gebracht hat, dann wird ihre Annahme nichts anderes sein als Leben
aus dem Tod. Ist die Erstlingsgabe vom Teig heilig, so ist es auch
der ganze Teig; ist die Wurzel heilig, so sind es auch die Zweige.
Wenn aber einige Zweige herausgebrochen wurden und wenn du als
Zweig vom wilden Ölbaum in den edlen Ölbaum eingepfropft
wurdest und damit Anteil erhieltest an der Kraft seiner Wurzel,
so erhebe dich nicht über die anderen Zweige. Wenn du es aber
tust, sollst du wissen: Nicht du trägst die Wurzel, sondern
die Wurzel trägt dich. Nun wirst du sagen: Die Zweige wurden
doch herausgebrochen, damit ich eingepfropft werde. Gewiss, sie
wurden herausgebrochen, weil sie nicht glaubten. Du aber stehst
an ihrer Stelle, weil du glaubst. Sei daher nicht überheblich,
sondern fürchte dich! Hat Gott die Zweige, die von Natur zum
edlen Baum gehören, nicht verschont, so wird er auch dich
nicht verschonen. Erkenne die Güte Gottes und seine Strenge!
Die Strenge gegen jene, die gefallen sind, Gottes Güte aber
gegen dich, sofern du in seiner Güte bleibst; sonst wirst
auch du herausgehauen werden. Ebenso werden auch jene, wenn sie
nicht am Unglauben fest halten, wieder eingepfropft werden; denn
Gott hat die Macht, sie wieder einzupfropfen.
Wenn du aus dem von Natur wilden Ölbaum herausgehauen und
gegen die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft wurdest,
dann werden erst recht sie als die von Natur zugehörigen Zweige
ihrem eigenen Ölbaum wieder eingepfropft werden.
Damit ihr euch nicht auf eigene Einsicht verlasst, Brüder,
sollt ihr dieses Geheimnis wissen: Verstockung liegt auf einem
Teil Israels, bis die Heiden in voller Zahl das Heil erlangt haben;
dann wird ganz Israel gerettet werden, wie es in der Schrift heißt:
Der Retter wird aus Zion kommen, er wird alle Gottlosigkeit von
Jakob entfernen. Das ist der Bund, den ich ihnen gewähre,
wenn ich ihre Sünden wegnehme.
Römerbrief 11,13-27
Leib Christi
Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit,
gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn
erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht,
zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum
die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt und wie überragend
groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist
durch das Wirken seiner Kraft und Stärke. Er hat sie an
Christus erwiesen, den er von den Toten auferweckt und im Himmel
auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat, hoch über alle
Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften und über
jeden Namen, der nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der
zukünftigen genannt wird. Alles hat er ihm zu Füßen
gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über
die Kirche gesetzt. Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt,
der das All ganz und gar beherrscht.
Epheserbrief 1,17-23
Christus ist das Haupt der Kirche
Die Autorität der Kirche kommt von ihrem Herrn und Haupt,
Jesus Christus. Christus, der
seine Autorität von Gott dem Vater erhalten hat, teilte sie
nach seiner Auferstehung durch den Heiligen Geist den Aposteln
mit (vgl. Joh 20,22). Durch die Apostel wurde sie den Bischöfen,
ihren Nachfolgern, übermittelt und durch sie der gesamten
Kirche. Jesus Christus unser Herr übte diese Autorität
auf verschiedene Weisen aus, wodurch sich das Reich Gottes bis
zu seiner eschatologischen Vollendung (vgl. 1 Kor 15,24-28) in
der Welt
kundtut: durch Lehren (vgl. Mt 5,2; Lk 5,3), durch Wunderwirken
(vgl. Mk 1,30-34; Mt 14,35-36), durch Austreiben von unreinen Geistern
(vgl. Mk 1,27; Lk 4,35-36), in der Vergebung von Sünden (vgl.
Mk 2,10; Lk 5,24) und dadurch, dass er seine Jünger auf den
Wegen der Erlösung führt (vgl. Mt 16,24). In Übereinstimmung
mit dem von Christus erhaltenen Auftrag (vgl. Mt 28,18-20) schließt
die Ausübung der Autorität, die den Aposteln und später
den Bischöfen eigen ist, die Verkündigung und Lehre des
Evangeliums, Heiligung durch die Sakramente, die im Namen der Dreifaltigkeit
gespendet werden, und die pastorale Leitung derjenigen, die glauben,
ein (vgl. Lk 10,16).
Nr. 12 der orthodox-katholischen Dialogkommission 2007 http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=167506
Neuer Bund
Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte
es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben
wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem
Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem
Blut, das für euch vergossen wird.
Lukas 22, 19-20
Der Geist Jesu
Wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt, die wir schon früher
auf Christus gehofft haben. Durch ihn habt auch ihr das Wort der
Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; durch ihn
habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen,
als ihr den Glauben annahmt. Der Geist ist der erste Anteil des
Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir
Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit. Epheserbrief
1,12-14
Apostel – Bischöfe
Sendung der Apostel
Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den
Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie
vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie
zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und
auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen
zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und
des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen,
was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage
bis zum Ende der Welt.
Matthäus 28,16-20
Aufgaben des Bischofs
Sei den Gläubigen ein Vorbild in deinen Worten, in deinem
Lebenswandel, in der Liebe, im Glauben, in der Lauterkeit. Lies
ihnen eifrig (aus der Schrift) vor, ermahne und belehre sie, bis
ich komme. Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist
und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund
prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten. Dafür
sollst du sorgen, darin sollst du leben, damit allen deine Fortschritte
offenbar werden. Achte auf dich selbst und auf die Lehre; halte
daran fest! Wenn du das tust, rettest du dich und alle, die auf
dich hören.
1. Brief an Timotheus 4,12-16, Timotheus wird nicht Apostel genannt,
sondern „Episkopus“, Bischof
Im Verkündigen des Glaubens der Kirche und im Klären
der Normen christlicher Lebensführung haben die Bischöfe
aufgrund göttlicher Einsetzung eine besondere Aufgabe.
Als Nachfolger der Apostel sind die Bischöfe für die
Gemeinschaft (Communio) im apostolischen Glauben und für die
Treue zu den Forderungen eines Lebens nach dem Evangelium verantwortlich.
Nr. 8 des Dokuments der orthodox- katholischen Dialogkommission
Der Bischof und die Ältesten
Ä
lteste, die das Amt des Vorstehers gut versehen, verdienen doppelte
Anerkennung, besonders solche, die sich mit ganzer Kraft dem Wort
und der Lehre widmen. Denn die Schrift sagt: Du sollst dem Ochsen
zum Dreschen keinen Maulkorb anlegen, und: Wer arbeitet, hat ein
Recht auf seinen Lohn. Nimm gegen einen Ältesten keine Klage
an, außer wenn zwei oder drei Zeugen sie bekräftigen.
Wenn sich einer verfehlt, so weise ihn in Gegenwart aller zurecht,
damit auch die anderen sich fürchten. Ich beschwöre dich
bei Gott, bei Christus Jesus und bei den auserwählten Engeln:
Befolge dies alles ohne Vorurteil und vermeide jede Bevorzugung!
Lege keinem vorschnell die Hände auf und mach dich nicht mitschuldig
an fremden Sünden; bewahre dich rein!
1. Timotheus 5, 17-22, Für die Ältesten, das wären
heute die Pfarrer, hat der Bischof eine Art richterliche Funktion.
Apostel und Heilige Schrift
Die Schrift ist das offenbarte Wort Gottes, wie die Kirche es durch
den in ihr gegenwärtigen und aktiven Heiligen Geist in der
lebendigen, von den Aposteln empfangenen Tradition, erkannt hat.
Nr. 15 der orthodox-katholischen Dialogkommission 2007
Eckhard Bieger S.J.
© kath.de
Feedback
bitte an redaktion@kath.de
|

Beispielbild
|
 |