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Die Logik der
theologischen Streitigkeiten der ersten Jahrhunderte
Über Jesus von Nazareth, den Gesalbten, den Christus, wurde über
Jahrhunderte gestritten. Theologische Schulen bekämpften sich.
Konzilien konnten nur nach langen Debatten eine Klärung herbeiführen.
Heute müssen sich Studenten der Theologie mühsam einen
Denkweg durch die Theologiegeschichte der ersten Jahrhunderte erarbeiten.
Welche Logik steckt hinter den Auseinandersetzungen, die als christologische
Streitigkeiten in die Geschichte eingegangen sind?
Es geht um die Frage, was Jesus für den einzelnen Christen
bedeutet. Daß er für Maria, seine Jünger, Maria
und Martha und viele andere etwas bedeutet hat, bezweifelt niemand.
Auch ist es unstrittig, daß er eine Bewegung ausgelöst
hat, so daß die jüdische
Obrigkeit Angst vor den Auswirkungen
seiner Predigt und seiner Heilungswunder
ergriff. Mit der Kreuzigung hatten sie das Problem nicht aus der
Welt geschafft. Seine Anhänger behaupteten, daß er lebt
und viele Juden wie auch Nichtjuden ließen sich taufen, um
so Anhänger des Mannes aus Nazareth zu werden. In ihren Predigten
behaupteten seine Jünger, daß er der verheißene Messias,
der Gesalbte, der Christus sei, der Israel befreien werde. Als
die christlichen Prediger Anhänger außerhalb Israels
gewannen und das Christentum eine geistige Kraft in der griechisch
geprägten Kultur des römischen Reiches wurde, wollten
die Intellektuellen der damaligen Zeit genauer wissen, wer er wirklich
sei. Sie wandten zur Klärung ihre philosophisch geprägten
Begriffe an. Die christlichen Theologen mußten die Botschaft
von Jesus in eine Denkwelt einbringen, die mehr verlangte als eine Übersetzung
der biblischen Texte. War aber eine Frage einigermaßen gelöst,
entstand aus der Antwort jeweils wenigstens eine neue. Der Denkweg,
der zu den Lehraussagen der Konzilien über Jesus Christus
führte, hat eine innere Logik, die mit der Frage beginnt:
Was heißt es, daß Jesus von Nazareth der Sohn Gottes
ist – wie es mehrfach in den biblischen Schriften steht:
Jesus Christus:
Als Sohn Gottes geschaffen oder aus Gott hervorgegangen? Konzil
von Nicäa 325
Ist Jesus Gottes Sohn in dem Sinne, daß Gott ihn geschaffen
und dann als Sohn adoptiert hat, so wie die sog. Adoptianer es
behaupteten? Das würde bedeuten, daß Jesus zuerst als
Mensch geboren wurde und dann, etwa bei der Taufe im Jordan, von
Gott als Sohn adoptiert wurde. Diese Lehre war überwunden,
als Arius auftrat. Er geht davon aus, daß der Sohn vor der
Erschaffung der Welt als Weisheit Gottes existierte, jedoch nicht
Gott gleich, sondern als Geschöpf. Arius war Priester und
Theologe. Er behauptete, daß Jesus geschaffen sei und konnte
sich damit der Unterstützung der Intellektuellen seiner Zeit
sicher sein. Für diese war völlig evident, daß Gott
nur einer sein kann, denn vollkommen kann etwas sein, das es nur
einmal und ungetielt gibt. Das Konzil von Nicäa stellte 325
auf der Basis des Neuen Testaments fest, daß der Sohn Gottes nicht
geschaffen sein kann:
Wir glauben an den einen Gott, der aber dreifaltig in drei Personen
existiert. Jesus kommt vom Vater her, er ist als Sohn des Vaters
kein Geschöpf, er ist in einem innergöttlichen Hervorgehen
gezeugt und nicht außerhalb Gottes geschaffen.
„ Gezeugt nicht geschaffen“ ist die Formel von Nicäa,
die im Glaubensbekenntnis fest verankert ist.
Die Menschheit Jesu nur eine Erscheinung?
Wenn Jesus wahrer Gott ist, wie ist dann zu verstehen, daß er
auch wahrer Mensch ist?
Ein erster Antwortversuch: Dann ist er nicht wirklicher Mensch,
sondern als wahrer Gott in menschlicher Gestalt erschienen. Das
ist die These der Gnostiker
Wenn die menschliche Gestalt aber nur ein Erscheinungsbild ist,
dann hat die Kreuzigung Jesu nicht wirklich stattgefunden, er wäre
dann auch nicht gestorben und nicht mit seinem Leib in den Himmel
aufgefahren. Ohne Konzil war für die Theologen evident: Jesus
Christus ist wirklicher Mensch und leiblich auferstanden.
Ist Jesus nur mit dem Leib Mensch, hat aber anstatt einer geschaffenen
Seele den Logos, den Sohn Gottes?
Wenn Jesus wirklicher Mensch gewesen sein muß und zugleich
der ungeschaffene Sohn Gottes ist,
wie ist dann die Einheit von Sohn Gottes und Mensch zu sehen? In
der griechischen
Philosophie ist das organisierende Prinzip des Leibes die Seele.
Eine einfache Lösung wäre, daß der Sohn Gottes,
der Logos, anstelle einer geschaffenen Seele den Körper beseelt.
Das vertrat Apollinaris von Laodicäa.
Aber: Wäre die Menschheit erlöst, wenn die Seele des
Menschen nicht durch Jesus mit erlöst worden wäre? Da
die Sünde aus dem Herzen, also aus der Seele kommt, wäre
die Erlösung fraglich. Daraus folgt:
Jesus, der Christus,
muß ganz Mensch sein, mit Leib und
Seele und zugleich Sohn Gottes.
Wenn Jesus Christus
eine eigene, geschaffene menschliche Seele hat, ist er dann „Zwei“;
Konzil von Ephesus 431
Wenn Jesus aber Mensch mit Leib und Seele ist, wie kann er da noch
einer sein. Gibt es dann nicht „zwei Söhne“, d.h.
zwei Individuen? Diese Frage führte zum nächsten wichtigen
Konzil, 100 Jahre nach Nicäa. 431 trafen sich Bischöfe
in Ephesus und erklärten, daß Jesus, der Christus, als
Sohn Gottes geboren ist. Maria ist Gottesgebärerin. Damit
wird klargestellt, daß Jesus nur einer ist und von Anfang
an Sohn Gottes war und nicht später erst von Gott als Sohn
adoptiert wurde.
Jesus Christus ist von seiner Geburt an Sohn Gottes
und Wenn Jesus aber Mensch mit Leib und Seele ist, wie kann er
da noch einer sein. Gibt es dann nicht „zwei Söhne“,
d.h. zwei Individuen? Diese Frage führte zum nächsten
wichtigen Konzil 100 Jahre nach Nicäa. 431 trafen sich Bischöfe
in Ephesus und erklärten, daß Jesus, der Christus, als
Sohn Gottes geboren ist. Maria ist Gottesgebärerin. Damit
wird klargestellt, daß Jesus nur einer ist und von Anfang
an Sohn Gottes war und nicht später erst von Gott als Sohn
adoptiert wurde.
Jesus Christus ist von seiner Geburt an Sohn Gottes
und wahrer Mensch.
Das Konzil verurteilte
den damaligen Patriarchen von Konstantinopel, Nestorius. Die
Verurteilung war nach heutiger Kenntnis der Texte
nicht gerechtfertigt, denn Nestorius hat die Lehre von den sog. „Zwei
Söhnen“ in Jesus nicht vertreten. Ein Teil der Bischöfe
hat sich dem Konzil nicht angeschlossen, weil sie eine Vermischung
von Göttlichem und Menschlichem befürchteten. So ist
der Eindruck entstanden, sie würden in Jesus Christus „zwei
Söhne“ verehren. Diese in Persien beheimatete Kirche
wurde mit dem Schimpfwort „Nestorianer“ belegt.
Diese Kirche hatte Gemeinden entlang der Seidenstraße
gegründet und war mit ihren Missionaren lange vor Marco Polo
in China. Timur Lenk hat diese Kirche praktisch vernichtet, viele
sind bei der Ausrottung der Armenier Anfang des 20. Jahrhunderts
getötet worden, es gibt nur noch kleine Reste dieser Kirche.
Ist Jesus eine
neue Natur, die sozusagen aus Gottheit und Menschheit vereinigt
ist oder gibt es ein einigendes Prinzip,
das beide Naturen
umfaßt?
Wenn Jesus Christus wahrer Mensch und wahrer Gott ist, was ist
das einigende Prinzip? Wenn man den Begriff „Physis“ -
Natur benutzt, kann man von göttlicher und menschlicher Natur
sprechen. Benutzt man das gleiche Wort, um das einigende Prinzip
von Gottheit und Menschheit in Jesus zu benennen, dann drückt
der gleiche Begriff sowohl die Verschiedenheit aus wie auch die
Einheit. Die Theologenschule von Alexandrien, die das Konzil von
Ephesus bestimmt hatte, ist diesen Weg gegangen. Sie befürchtete,
daß der Mensch Jesus und der Sohn Gottes nur als lose
verbunden gedacht werden, ohne daß die Einigung zwischen
Gottheit und Menschheit als endgültig gesehen wird. Weil dieser
Schule die Durchdringung der menschlichen Natur durch das Göttliche
bis heute als inneres Prinzip auch der christlichen Spiritualität
sieht, spricht sie von einer neuen Physis, einer neuen Natur, um
die Einheit zwischen Gottheit und Menschheit zu betonen. Sie werden
von ihren Gegnern als Monophysiten bezeichnet.
So verstehen sich die Kopten und Teile der syrischen Kirche, sowie
die äthiopische und armenische Kirche bis heute. Zum Bruch
kam es nach dem Konzil von Chalcedon, das den ersten Schritt einer
Klärung einleitete.
Neben den zwei
Naturen „Gottheit“ und „Menschheit“ gibt
es die Person, Jesus Christus ist nur einer, aber in zwei Naturen.
Konzil von Chalzedon 451
Um das Einigende in Jesus Christus zu benennen, reicht der Begriff „Physis“ nicht.
Langsam entwickelte sich eine Begrifflichkeit, die in dem Personbegriff mündete. Aber erst im 6. Jahrhundert war dieser Denkweg einigermaßen
abgeschlossen. Im Konzil von Chalzedon 451 wird der Begriff bereits
gebraucht. Die Formel des Konzils ist
- unvermischt und ungetrennt
- zwei Naturen, die in einer Person geeinigt sind
Die Naturen vermischen sich
nicht, aber sie führen auch nicht
zu zwei Individuen. Das Einigende ist die Person. Damit ist für
das Menschenbild des Abendlandes Neues in Gang gesetzt: Der Mensch
ist nicht nur in seiner Seele wichtig, die den Körper nach
dem Tod verläßt, vielmehr wird der Leib eine himmlische
Existenz haben. Unser Leib gehört zur Person gleicherweise
wie das geistige Prinzip, die Seele.
Hatte Jesus
neben seinem göttlichen auch einen menschlichen
Willen?
Der Monothelethismus verneinte das.
Es bleibt noch eine Frage: Wenn Jesus nur eine Person ist, der
Sohn Gottes, der die Menschennatur angenommen hat, dann kann er
nur einen Willen gehabt haben, denn eine Person zeichnet sich gerade
dadurch aus, daß sie nur einem Willen folgt. Das legt die Überlegung
nahe, daß Jesus sich in seiner Menschheit nicht gegen den
Sohn Gottes aufgelehnt haben kann, er war immer einer, der auf
Gott hörte. Seine oberste Richtschnur war, den Willen Gottes
zu erfüllen. Das ist die Position der Monotheleten, der Verfechter
nur eines Willens in Jesus.
Jesus hat auch einen menschlichen Willen. Das 3. Konzil von Konstantinopel
680
Wenn Jesus wirklich Mensch war,
mit Seele und Leib, mußte er auch einen menschlichen Willen
haben. Die Menschheit Jesu durfte ja nicht amputiert sein.
Das 3. Konzils von Konstantinopel 680 verurteilte die Lehre des
Monotheletismus. Jesus Christus hat nicht nur zwei Naturen, sondern
auch zwei Willen, einen göttlichen und einen menschlichen.
Der menschliche Wille ist dem göttlichen untergeordnet.
Zitate
Konzil von Nicäa 325
…
. Jesus Christus, .. Sohn Gottes, geboren vom Vater, eingeboren,
das heißt von des Vaters Wesen, Gott von Gott, Licht von
Licht, wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht
geschaffen, mit dem Vater eines Wesens, durch den alles geschaffen
ist, was im Himmel und auf Erden ist, der für uns Menschen
und um unsrer Seligkeit willen herabgekommen und Mensch geworden
ist ….
Die da sagen: es gab eine Zeit, da er nicht war, und ehe er geboren
ward, war er nicht, und daß er aus dem ward, was nicht ist,
oder die ihn für eine andere Hypostase oder Wesen halten oder
sagen, Gottes Sohn sei geschaffen oder veränderlich, die verdammt
die allgemeine Kirche.
Brief des Patriarchen Johannes
von Antiochien an Cyrill von Alexandrien, 433
Wir bekennen, daß unser Herr Jesus Christus, der eingeborene
Sohn Gottes, vollkommener Gott und vollkommener Mensch ist mit
einer Vernunftseele und einem Leib. Er ist von Ewigkeit her vom
Vater gezeugt der Gottheit nach. Am Ende der Tage aber ist derselbe
Christus für uns und unseres Heiles willen der Menschheit
nach geboren worden aus Maria der Jungfrau. Er ist wesengleich
mit dem Vater der Gottheit und wesensgleich der Menschheit nach.
Es hat nämlich eine Vereinigung beider Naturen stattgefunden
und deshalb bekennen wir einen Christus, einen Sohn, einen Herrn.
Wegen der Vereinigung ohne Vermischung bekennen wir, daß die
heilige Jungfrau Gottesgebärerin (Theotokos) ist, weil das
göttliche Wort Fleisch und Mensch geworden ist und schon von
der Empfängnis an den aus ihr genommenen Tempel mit sich
selbst vereinigt hat.
Konzil von Chalzedon 451
In der Nachfolge der heiligen Väter also lehren wir alle übereinstimmend,
unseren Herrn Jesus Christus als ein und denselben Sohn zu bekennen:
derselbe ist vollkommen in der Gottheit und derselbe ist vollkommen
in der Menschheit: derselbe ist wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch
aus vernunftbegabter Seele und Leib; derselbe ist der Gottheit
nach dem Vater wesensgleich und der Menschheit nach uns wesensgleich,
in allem uns gleich außer der Sünde; derselbe wurde
einerseits der Gottheit nach vor den Zeiten aus dem Vater gezeugt,
andererseits der Menschheit nach in den letzten Tagen unsertwegen
und um unseres Heiles willen aus Maria, der Jungfrau (und) Gottesgebärerin,
geboren; ein und derselbe ist Christus, der einziggeborene Sohn
und Herr, der in zwei Naturen unvermischt, unveränderlich,
ungetrennt und unteilbar erkannt wird, wobei nirgends wegen der
Einung der Unterschied der Naturen aufgehoben ist, vielmehr die
Eigentümlichkeit jeder der beiden Naturen gewahrt bleibt und
sich in einer Person und einer Hypostase vereinigt; der einziggeborene
Sohn, Gott, das Wort, der Herr Jesus Christus, ist nicht in zwei
Personen geteilt oder getrennt, sondern ist ein und derselbe, wie
es früher die Propheten über ihn und Jesus Christus selbst
es uns gelehrt und das Bekenntnis der Väter es uns überliefert
hat.
3. Konzil von Konstantinopel 680/81
Die zwei Willen in Jesus
Ebenso verkünden wir gemäß der Lehre der heiligen
Väter, daß sowohl zwei natürliche Weisen des Wollens
bzw. Willen als auch zwei natürliche Tätigkeiten ungetrennt,
unveränderlich, unteilbar und unvermischt in ihm sind; und
die zwei natürlichen Willen sind einander nicht entgegengesetzt
- das sei ferne! -, wie die ruchlosen Häretiker behaupteten;
vielmehr ist sein menschlicher Wille folgsam und widerstrebt und
widersetzt sich nicht, sondern ordnet sich seinem göttlichen
und allmächtigen Willen unter; denn der Wille des Fleisches
mußte sich regen, sich aber nach dem allweisen Athanasius
dem göttlichen Willen unterordnen; denn wie sein Fleisch des
Wortes Gottes genannt wird und ist, so wird auch der natürliche
Wille seines Fleisches als dem Wort Gottes eigen bezeichnet und
ist es, wie er selbst sagt: „Denn ich bin herabgestiegen
aus dem Himmel, nicht um meinen eigenen Willen zu tun, sondern
den Willen des Vaters, der mich gesandt hat" (Johannesevangelium
6,38); dabei nannte er den Willen des Fleisches seinen eigenen
Willen, da auch das Fleisch ihm eigen geworden ist; denn wie sein
ganzheiliges und makelloses beseeltes Fleisch trotz seiner Vergöttlichung
nicht aufgehoben wurde, sondern in der ihm eigenen Abgrenzung und
dem ihm eigenen Begriff verblieb, so wurde auch sein menschlicher
Wille trotz seiner Vergöttlichung nicht aufgehoben, sondern
ist vielmehr gewahrt, wie der Gottesgelehrte Gregor sagt: „Denn
sein Wollen, verstanden in Bezug auf den Erlöser, ist Gott
nicht entgegengesetzt, da es ganz vergöttlicht ist".
Origines v. Alexandrien, 185-254 von den Prinzipien IV,4,4
Als nun der Sohn Gottes zum Heile der Menschheit sich den Menschen
offenbaren und unter den Menschen wandeln wollte, nahm er nicht,
wie manche glauben, nur einen menschlichen Leib an, sondern auch
eine Seele an. Diese war zwar ihrer Natur nach unseren Seelen gleich,
aber nach ihrer Willensrichtung und ihrem sittlichen Verhalten
ihm selber gleich und so beschaffen, daß sie alle Entschlüsse
und Heilsvorhaben des Logos und der Weisheit unverfälscht
ausführen konnte.
4. Synode von Toledo 633
Derselbe Christus, unser Herr Jesus, einer aus der Dreifaltigkeit,
hat – abgesehen von der Sünde – einen an Seele
und Leib vollkommenen Menschen angenommen, er blieb dabei, was
er war, er nahm an, war er nicht war; er war gleich dem Vater in
seiner Göttlichkeit, er war geringer als der Vater in seiner
Menschlichkeit und besaß in einer Person die Eigenschaften
zweier Naturen; Naturen waren nämlich in ihm zwei, Gott und
Mensch, nicht aber zwei Söhne und zwei Götter, sondern
die eine und selbe Person in beiden Naturen.
Konzil von Frankfurt
794
Wir bekennen unseren Herrn Jesus Christus als wahren Gott und
wahren Mensch in einer Person. Er blieb also die Person des Sohnes
in der Trinität, zu welcher Person die menschliche Natur
hinzukam, damit auch eine Person sei Gott und Mensch – nicht
ein vergöttlichter
Mensch oder ein erniedrigter Gott, sondern Gott-Mensch und Mensch-Gott;
wegen der Einheit der Person ist der eine Sohn Gottes zugleich
Menschensohn, vollkommener Gott und vollkommener Mensch. Vollkommen
ist der Mensch aber nur mit Leib und Seele.
Text: Eckhard Bieger
S.J.
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