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Eine andere
Vorstellung von der Einheit in Jesus Christus
Es ist die gleiche Frage
wie bei den Monophysiten – nämlich
wie man das Zusammen von Sohn Gottes und dem Menschen Jesus denken
und mit der Begrifflichkeit der griechischen Philosophie ausdrücken
kann. Für die Nestorianer steht die Frage im Vordergrung,
wie man dem Göttlichen
gerecht wird. Die Theologenschule von Antiochien in Syrien wahrt
die Einzigartigkeit
der göttlichen Natur, indem sie die Unterschiedlichkeit betont.
Göttliches und Menschliches dürfen sich nicht vermischen.
Die andere Konzeption, nämlich die der Schule von Alexandrien,
sieht die Menschheit in Jesus durch das Göttliche durchdrungen,
so daß etwas Neues entsteht, eine neue Natur - Physis, Monophysis
genannt. Die alexandrinische Schule wirft
den Antiochenern vor, sie sehe in Jesus Christus „zwei Söhne“.
Im Konzil von Ephesus wurde diese
Position verurteilt, indem gesagt wurde, daß es keine Existenz
nur des Menschen Jesus gab, sondern der Sohn Gottes Mensch geworden
ist. Maria hat den Sohn Gottes geboren, der Menschennatur angenommen
hat, aber der eine Sohn des Vaters ist.
Die große Ausbreitung
der Nestorianischen Kirche
Es gibt heute noch kleine christliche Kirchen, die nach einem Bischof
von Konstantinopel aus dem 4. Jahrhundert benannt werden. Sie
erkennen das Konzil von Ephesus nicht
an.
Diese in Persien entstandene Kirche hatte Gemeinden entlang der
Seidenstraße gegründet und war mit ihren Missionaren
lange vor Marco Polo in China. Timur Lenk hat diese Kirche praktisch
vernichtet, viele sind in bei der Ausrottung der Armenier Anfang
des 20. Jahrhunderts getötet worden, es gibt nur noch kleine
Reste dieser Kirche.
Nestorius hat keine
zwei Subjekte in Christus angenommen, auch wenn er den Titel
"Gottesgebärerin" ablehnt. Er wendet
sich in einer Predigt aus dem Jahr 429 gegen die Bezeichnung
Marias
als Gottesgebärerin:
Hat denn Gott eine Mutter? .... Nicht gebar Maria Gott, denn
was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch, nicht gebar das
Geschöpf
den, der nicht erschaffen werden kann, sondern sie gebar den Menschen,
der das Werkzeug der Gottheit war. Der Hl. Geist schuf nicht (in
Maria) das Gott-Wort, weil nämlich das, was aus ihr geboren
wurde, vom Hl. Geist ist, sondern er hat dem göttlichen Logos
einen Tempel errichtet, den er bewohnen sollte. Der Tempel ist
aus der Jungfrau. Auf keinen Fall ist der inkarnierte Gott gestorben,
sondern er hat den, in dem er inkarniert war, auferweckt. (Inkarnation – Fleischwerdung)
Eckhard Bieger
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