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Das Gebetsapostolat ist missionarisch
ausgerichtet. Es geht um die Evangelisierung möglichst aller Menschen.
Jeder Mensch soll von Jesus Christus erfahren und ihm vertrauen, dass er
die endgültige Rettung
der ganzen Menschheit vollbringen wird.
Die Initiative ging im 19.Jahrhundert von einem Studienhaus der
Jesuiten in Vals, nahe Le Puy. aus. Es gab einen großen missionarischen
Einsatzwillen unter den Jesuitenstudenten, der von dem damaligen
Spiritual und späteren
Provinzial P. Francois Gautrelet in die Form des Gebetes für apostolische
Anliegen aufgegriffen wurde.
Der missionarische Aufbruch der Kirche im 19. Jahrhundert hat das
Gebetsapostolat beflügelt. Gründungsdatum ist der 3. Dezember
1844. 1852 übernimmt der Jesuit H. Ramière die Leitung des
Gebetsapostolates. Bei seinem Tod 1884 gibt es 35.606 lokale Zentren und
Gruppen mit 13 Millionen Mitgliedern. 1939 wird eine Zahl von 30 Millionen
Mitgliedern des Gebetsapostolates genannt. Seit 1925 gibt es eine eigene
monatliche Gebetsmeinung für die Mission
Das Gebetsapostolat
wird im Auftrag des Papstes von der Gesellschaft Jesu, dem Jesuitenorden,
getragen. Der Vorsteher aller Jesuiten
ist der Direktor. Es ist in mehr als 150 Ländern vertreten.
Deutschland
Die Idee wurde von Pfarrer Röder aus dem Bistum Trier aufgegriffen.
In der Zeit des Kulturkampfes war das Gebetsapostolat ein Rückhalt
der deutschen Kirche. So war der Gründer der Steyler Mission,
Arnold Janssen, für das Gebetsapostolat im Bistum Münster
beauftragt.
Die Idee fand auch organisatorische
Formen, Ziel war es, in jeder Gemeinde Gebetsgruppen zu bilden.
Das ist in den Anfängen
in Deutschland gelungen, in vielen Ländern gibt es diese Gruppen,
auch unter Jugendlichen.
Das Gebetsapostolat bedient sich im Moment folgender Medien:
Jahresüberblick über die jeweils zwei Monatsintentionen
des Heiligen Vaters.
Postkartenkalender mit Fotos zu jedem Monat und den Gebetsmeinungen.
Vierteljährlicher erscheinender Flyer mit Erläuterungen
zu den Intentionen.
Internetseiten, mit-beten.net und mit-beten.de
Die spirituell-theologische Grundlegung
Der Auftrag zum fürbittenden Gebet als Mittel der Bekehrung
findet sich im 1. Timotheusbrief
„
Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und
Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher
und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit
und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.
Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter: Er will, dass
alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.
Denn einer ist Gott. Einer auch der Mittler zwischen Gott und den
Menschen, der Mensch Jesus Christus.“ 2, 1-5
P. Ramière hat
dem Gebetsapostolat ein ganzes Buch gewidmet. Er ist in der Leitung
des Gebetsapostolates Nachfolger von P. Gautrelet
und war als Konzilstheologe beim 1. Vatikanischen Konzil.
Das Gebetsapostolat ist von einem Grundstrom der Frömmigkeit
des 19. Jahrhunderts getragen. Es wurzelt theologisch in der Gnadentheologie,
in der Maxime, dass der Glaube ein Geschenk Gottes ist und in der
Auffassung, dass jeder Christ am Aufbau der Kirche mitwirken soll.
Hinzu kommt eine typisch jesuitische Facette: Das Gebet ist das
effektivste Mittel der Mission.
Der Titel des Buches heißt programmatisch:
Der Gebetsapostolat,
ein Bund frommer Christen,
um in Gemeinschaft mit dem Herzen Jesu
den Triumph der Kirche und das Heil der Seelen zu erzielen.
Die Aufgabe wird am
Ende des Buches durch eine Liste der Länder
und Staaten verdeutlicht, in der jeweils die Zahl der Einwohner
angegeben ist.
Das Gebetsapostolat
ist von Anfang an mit der Herz Jesu-Verehrung in Beziehung gesetzt
worden und verbindet sich mit der eucharistischen
Frömmigkeit. Zur Grundlegung des Gebetsapostolates spricht
P. Ramière folgende Themen an:
Ausgangspunkt ist die
Feststellung, dass es so wenig Bekehrte gibt. Obwohl Christus
sein Blut für alle Menschen vergossen
hat und die Wirkung seiner Erlösungstat nicht in Frage steht,
gibt es immer noch so wenige, die an Christus glauben. Dieses Faktum
lässt bei P. Ramière die Frage aufkommen, ob Gott mit
dem „vollkommensten seiner Werke sein Ziel verfehlt zu haben
scheint“. (S. 2)
Gott will die Mitwirkung des Menschen an seinem Werk. Das folgert
Ramière aus dem Auftrag des Apostels zur Fürbitte,
die sich besonders deutlich im Timotheusbrief findet.
Das Gebet ist das wirksamste
Mittel des Apostolates. Der Beter folgt dem Beispiel Jesu, der
auch im Himmel für die Bekehrung
der Menschen betet.
Nach dem II. Vatikanischen Konzil sind 1968 neue Statuten für
das Gebetsapostolat verfasst und vom Vatikan approbiert worden.
Sie orientieren sich an dem Konzildekret über die Laien. Dazu
heißt es in den Statuten“
„
Jede äußere apostolische Betätigung muss mit dem
Gebet und sich opfernder Hingabe verbunden sein, um in der Kraft
des Kreuzesopfers des Herrn am Aufbau des Leibe Christi beitragen
zu können. So wie Christus einerseits selber durch seine Lehren
und Taten hilfreichen Erbarmens an der Verkündigung seines
Reiches gearbeitet hat, so hat er andererseits aber die Welt dadurch
erlöst, dass er von Anfang an sein Leben dem Vater für
die Menschen darbrachte, für sie betete, und schließlich
seine Opferhingabe im österlichen Mysterium vollendete. Diese
Art der Vereinigung mit dem Hohenpriester Christus erfordert notwendigerweise
eine innige Verbindung mit ihm durch eine personale Liebe.“
P. Kolvenbach, der damalige
Generalobere des Jesuitenordens, schreibt in der im März 2007 veröffentlichten Zusammenstellung
seiner Schreiben und Predigten zum Gebetsapostolat „Prayer
and Service“:
Gott, unser Vater, ich opfere dir meinen Tag. Ich opfere meine
Gebete, Gedanken, Worte, Tätigkeiten und Leiden in Einheit
mit deinem Sohn Jesus Christus, der sich selbst in der Eucharistie
weiterhin für die Rettung der Welt opfert. Möge der Heilige
Geist, der auch Jesus geleitet hat, mich leiten und mich für
den heutigen Tag stärken, damit ich ein Zeuge deiner Liebe
werde. Mit Maria, der Mutter unseres Herrn und der Kirche, bete
ich besonders für die Intention, die der Papst für diesen
Monat vorlegt, dass …….“
Aus diesem Grundgedanken
liegt die enge Verbindung des Gebetsapostolates mit dem Herzen
Jesu nahe und nimmt die enge Verbindung von Herz-Jesu
und eucharistischer Frömmigkeit auf.
Die Verbindung mit der
Liturgie der Kirche, besonders mit der Feier der Messe, ist bereits
im Hebräerbrief dargelegt, der
ausdrücklich sagt, dass Christus im Himmel Fürbitte für
die Gläubigen einlegt.
Dieses Eintreten für die Menschen endet nicht mit dem Tod
Jesu. Jesus ist nicht im Himmel, um einfach abzuwarten, wie die
menschliche Geschichte ausgeht, er tritt für die Menschen
vor Gott, dem Vater ein. Im Hebräerbrief heißt es:
„
So ist Jesus auch zum Bürgen eines besseren Bundes geworden.
Auch folgten dort viele Priester aufeinander, weil der Tod sie
hinderte zu bleiben; er aber hat, weil er auf ewig bleibt, ein
unvergängliches Priestertum. Darum kann er auch die, die durch
ihn vor Gott hintreten, für immer retten; denn er lebt allezeit,
um für sie einzutreten.“ Kap 7, 22
Eckhard Bieger S.J.
www.gebetsapostolat.de
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